Wissenschaft und Gesellschaft


Philosophie der Physik

Ziel dieses Projekts ist es, die konzeptionellen Ursprünge des Natürlichkeits-Prinzips zu analysieren und seinen Status als Leitprinzip bei der Konstruktion von Theorien der Teilchenphysik zu bewerten. Dabei sollen sowohl aus systematischer als auch historischer Perspektive die Schwachstellen in den Motivationen für dieses Prinzip identifiziert werden. Ferner soll der Zusammenhang zwischen dem Natürlichkeits-Prinzip mit den Grundlagen der Renormierungstheorie, sowie Fragen der Reduktion und der Emergenz erforscht werden. Ebenso werden die Anwendungen des Natürlichkeits-Prinzips in anderen Bereichen der Physik untersucht, wie etwa im Fall der kosmologischen Konstante oder der CP-Verletzung in der starken Wechselwirkung.

Weitere Informationen auf der Seite der LHC-Forschungsgruppe.


Computersimulationen (CS) und maschinelles Lernen (ML) sind in der gegenwärtigen Hochenergiephysik (HEP) wichtige Werkzeuge für die experimentelle Datengenese und -analyse. Der Fokus des Projektes liegt auf erkenntnistheoretischen Fragen, die mit dieser Verwendung von CS und ML in der HEP verbunden sind.

Die zukünftigen Ziele des Projektes sind: Die Möglichkeit versteckter Unsicherheiten zu untersuchen, die sich aus der Verwendung von CS und ML in der HEP ergeben könnten; die genaue Art von Robustheit aufzuzeigen, die CS und ML in der HEP genießen; und die erkenntnistheoretischen Herausforderungen zu verstehen, die aus der oft behaupteten erkenntnismäßigen Intransparenz von CS und ML hervorgehen, sowie deren Handhabung in der HEP.

Ein zentrales Konzept dieser Forschung ist das des epistemischen Risikos, im weiten Sinne verstanden. Dieses Konzept wird verwendet, um den Einfluss von CS und ML auf das Entdeckungspotenzial des Experimentes genau zu verstehen. Unter anderem erfordert dies eine erkenntnistheoretische Untersuchung von Grundlagen und Umfang der Handhabung von Unsicherheiten in der HEP, insoweit diese durch die Verwendung von CS und ML bedingt sind.

Weitere Informationen auf der Seite der LHC-Forschungsgruppe.


Philosophie und Geschichte der Wissenschaften


Wissenschaftsphilosophie

Das Verhältnis von Lebenswelt und Wissenschaft befindet sich mit ungewissem Ausgang in Bewegung. In diesem Prozess ist das treibende Element die Wissenschaft, die Technisierungen ermöglicht und mit ihren Erkenntnissen die Welt überzieht. Der fortschreitenden Verwissenschaftlichung gleichsam zum Trotz hat sich die Lebenswelt ihre Eigenständigkeit jedoch bewahrt.

Eine Monographie soll zur Aufklärung dieses erstaunlichen Phänomens beitragen. Sie wird Strukturdifferenzen der beiden Erfahrungsweisen aufweisen und zeigen, wie sie mit- und gegeneinander existieren. Zugleich soll deutlich werden, dass ein Ende der lebensweltlichen Eigenständigkeit einen fundamentalen Wandel für die gesellschaftliche Stellung der nichtwissenschaftlichen Erfahrung bedeuten würde. Im Unterschied zu anderen thematisch verwandten Titeln wird die philosophische Fragestellung nach den charakteristischen Merkmalen der Erfahrungsweisen mit der Untersuchung der Dynamik ihres historischen Wandels verbunden.

Die Untersuchungen sind begrifflich, wissenschaftstheoretisch und phänomenologisch orientiert. Sie gehen von einem weitgefassten Wissenschaftsbegriff aus, der auch die Technikwissenschaften sowie wissenschaftliche Anwendungen umfasst. In den Fallbeispielen kommt den Naturwissenschaften und dem Naturbegriff eine besondere Aufmerksamkeit zu. Der Lebensweltbegriff schließt in kritischer Distanz an die Sozialphänomenologie von Alfred Schütz und die Phänomenologie Edmund Husserls an.

Nähere Informationen zur gerade erschienenen Monographie finden Sie unter Lebenswelt und Wissenschaft (kann über den de-Gruyter-Link der Bergischen Universität Wuppertal heruntergeladen werden).


In diesem Projekt erarbeite ich einen einheitlichen Ansatz, um Methoden der naturwissenschaftlichen Forschung zu beurteilen und zu vergleichen (methodological map). Anwendungsgebiete dieses Ansatzes umfassen Fragen zur Pluralität wissenschaftlicher Methoden (Zusammenhänge und Differenzen zwischen Experimente, Simulationen, Gedankenexperimente und analoge Experimente), Beurteilung der „Wissenschaftlichkeit“ nicht- und meta-empirischer Methoden und der Beurteilung des möglichen Fortschritts der Wissenschaft durch nicht-experimentelle Methoden.


Anthropologie

  • Interdisziplinäre Anthropologie, Jahrbuch 1/2013 - 7/2019

Anthropologische Forschungen stehen gegenwärtig im Brennpunkt interdisziplinärer Debatten. Insbesondere in den Bereichen der Biologie und den empirischen Anthropologien sind in den letzten Jahrzehnten rasante Fortschritte zu verzeichnen: Die Frage nach der Natur des Menschen wird auf empirischer Grundlage, auch in den Geistes- und Kulturwissenschaften, neu gestellt. Es ist daher an der Zeit, eine Zeitschrift zu gründen, die sich dem interdisziplinären Dialog in der anthropologischen Forschung widmet, sich als ein strikt Disziplinen-übergreifendes Publikationsmedium versteht und den aktuellen Stand der Forschung als ein interdisziplinäres Arbeitsfeld darstellt.

Wir haben in den letzten Jahren, zuerst in Heidelberg, seither in Wuppertal einen Arbeitsbereich aufgebaut, um anthropologischen Forschungen einen Raum zu geben. Gemeinsam mit Kolleginnen und Kollegen aus einem breiten Spektrum wissenschaftlicher Disziplinen haben wir intensive Gespräche geführt und Forschungsinitiativen gestartet - es ist ein Netzwerk entstanden, das in diesem Bereich beispiellos in Deutschland ist. Die Zeitschrift folgt der Zielsetzung, die gemeinsame Arbeit zu dokumentieren und eine Bühne für interdisziplinäre Auseinandersetzungen zu sein. Mit dem Anspruch eines Diskursblattes (in jeder Ausgabe wird ein Schwerpunktthema im Dreischritt Leitartikel, Kommentare, Replik diskursiv thematisiert) wollen wir dazu eine Plattform bieten, die mit Berichten zu Projekten im Forschungsfeld interdisziplinärer Anthropologie ergänzt wird.

http://www.interdisziplinaere-anthropologie.de


Weitere Infos über #UniWuppertal: